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Schnarchoperationen mit dem KTP-Laser in der HNO-Heilkunde,Kopf- und Halschirurgie:

 

 

Nach statistischen Quellen schnarchen gut 20% der deutschen Bevölkerung bei zunehmender Häufigkeit mit höherem Lebensalter. Bislang wurde Schnarchen nicht als Erkrankung bzw. krankheitsfördernd angesehen. Erst in letzter Zeit zeigen umfangreiche Studien, daß nicht nur der Schlafpartner gestört wird, sondern auch der Schnarchende durch verminderte Sauerstoffzufuhr stark gefährdet sein kann.

 

Unter Schnarchen versteht man ein Geräusch, das während des Schlafes auftritt. Die Weichteile des Mundrachens vibrieren wegen eines erhöhten Widerstandes in den oberen Atemwegen (Nase, Rachen, oberer Schlund). Dieser hohe Widerstand hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

Ist die Nasenscheidewand gerade oder gekrümmt, sind die Nasenschwellkörper (Nasen-muscheln) vergrößert, ist der weiche Gaumen und das Zäpfchen übermäßig verlängert, die Mandeln extrem vergrößert, der Unterkiefer vor- oder rückverlagert, die Zunge verdickt?

 

Schnarchen kann unterschiedlich stark und bedrohlich für die Gesundheit sein. Normales Schnarchen, ohne meßbar verringerten Sauerstoff im Blut, tritt oft nach starkem Alkoholgenuß, Übermüdung und beim alten Menschen auf. Bei zunehmender Einengung der Atemwege lassen sich bereits typische Veränderungen der Herzfrequenz und eine Minderung des Blutsauerstoffs nachweisen.

 

Die stärkste Ausprägung des Schnarchen ist das sogenannte "apnoische" Schnarchen. Hierbei erfolgt zeitweilig ein vollständiger Verschluß der Atemwege, der zu einem deutlichen Sauerstoffabfall im Blut und der Veränderung der Schlagfrequenz des Herzens führt. Kurzfristige Atemstillstände können die Folge sein. Der normalerweise nachts abgesenkte Blutdruck bleibt anhaltend hoch. Häufig bestehen außerdem Herzrhythmusstörungen. Die notwendigen Tiefschlafphasen werden nicht erreicht, so daß aus Schlafentzug und Sauerstoffmangel Hirnleistungsschwächen entstehen können.

 

Die Behandlung des Schnarchens

 

Zuerst ist die genaue Untersuchung der oberen Atemwege einschließlich Lungenfunktionsprüfung erforderlich. In einigen Fällen ist die Untersuchung mittels kontinuierlicher Aufzeichnung von Schnarchgeräuschen, Blutsauerstoff und Pulsfrequenz notwendig.

 

Gelegentlich sind eine Korrektur der Nasenscheidewand, die Verkleinerung der Nasenschwellkörper und/oder eine Mandeloperation (diese muß stationär erfolgen) in Vollnarkose erforderlich.

 

Die eigentliche Schnarchoperation besteht in der Straffung des weichen Gaumens unter Erhaltung des größten Teils des Zäpchens, das gleichwohl gekürzt wird. Auf beiden Seiten des Zäpchens und an seiner Basis wird ein Teil der Schleimhaut des weichen Gaumens verdampft. Es entsteht ein durch feine Vernarbungen unterstützter vergrößerter Luftdurchlaß. Die Versteifung des weichen Gaumensegels führt in diesem Bereich zur Verminderung von Vibrationen während der Atmung.

 

Die KTP-Laser-Schnarchoperation hat folgende Vorteile:

 

  1. ambulant durchführbar;

  2. in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchführbar;

  3. deutlich verminderte Schluckschmerzen gegenüber konventionellen Operationsverfahren;

  4. erheblich geringere Kosten im Vergleich zu anderen Verfahren, da ein Krankenhausaufenthalt entfällt;

  5. die Risiken einer konventionellen Operation wie z.B. näselnde Sprache oder Entleerung von Flüssigkeiten aus der Nase beim Trinken treten bei der Laser-Operation eigentlich nie auf, da das Zäpfchen und der weiche Gaumen in ihrer Funktion erhalten bleiben;

  6. andere Therapieverfahren, wie das nächtliche Tragen einer Atemmaske oder Zahnspangenzungenhalter können in der Regel entfallen.

 

Der KTP-Laser ist ein Festkörperlaser mit einer Wellenlänge von 532 nm (frequenzverdoppelter NdYag-Laser). Die hohe Absorption der Laserenergie durch den Blutfarbstoff (Haemoglobin) führt beim Eingriff zu einer besonders zuverlässigen Blutstillung bei der laserchirurgischen Entfernung von Gewebe. Der Laserstrahl wird durch eine flexible dünne Glasfaser zu dem filigranen Handstück gebracht, mit dessen Hilfe der Eingriff (i. d. R.) am sitzenden Patienten, vergleichbar mit einer Zahnbehandlung, durchgeführt wird.

 

Nach der Operation bestehen in der Regel für durchschnittlich 10 Tage Halsschmerzen, die mit Schmerzmitteln zu beherrschen sind. Während dieser Zeit wird meistens noch geschnarcht, wenn auch schon leiser und in einer anderen Frequenz. Mit Abklingen der Wundschmerzen ist meist auch das Schnarchen verschwunden. In seltenen Fällen ist eine nochmalige, dann jedoch kleinere Nachoperation erforderlich.

 

Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist nur bei krankheitsbedingten Ursachen gewährleistet und bedarf der Entscheidung im Einzelfall.

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© 2001 by Ralf Sählbrandt