zurück...

Somnoplastie™

Warum schnarcht man?

Während der normalen Atmung passiert die Luft die Nase, den Mund und den Rachen auf ihrem Weg zur Lunge. Der Luftstrom fließt dabei entlang der Nasenmuscheln, am weichen Gaumen, den Mandeln, der Zunge und schließlich den Stimmbändern vorbei. Im Wachzustand stehen die Muskeln im hinteren Rachen unter Spannung und halten dadurch diese Strukturen in richtiger Position, so dass sie nicht im Luftweg kollabieren können. Während des Schlafes kommt es zur gelegentlichen Entspannung und Vibration, die das charakteristische Schnarchen auslöst. Das Schnarchgeräusch kann aus dem Nasen-, Mund- oder Rachenbereich stammen. Heutzutage konzentriert sich die Schnarchtherapie auf den weichen Gaumen, das Gaumenzäpfchen und die Mandeln.

 

Was ist Radiofrequenzenergie und wie wirkt sie?

Radiofrequenzenergie gleicht der Energie, die von Chirurgen bei der Elektrokauterisation (zum Verschluss von Blutgefäßen während Operationen) benutzt wird, wird jedoch sehr genau überwacht und fein dosiert. Wenn die Energie in eine Sonde eingespeist wird, erwärmt sich das Gewebe um die Sondenspitze. Durch diese Wärme wird ein Gewebeabbau angeregt. Innerhalb eines Zeitraums von 4-6 Wochen kommt es zur Schrumpfung des übermäßigen Gewebes im Bereich des Abbaus und zur Verminderung des Volumens.

 

Was ist Somnoplastie?

Somnoplastie ist eine neuartige Methode zur Verminderung des belastenden Schnarchens durch Volumenreduktion im Bereich des weichen Gaumens und der Uvula (des Gaumenzäpfchens). Anders als der Laser benutzt die Somnoplastik eine geringe Energiemenge, um genau kontrollierte Gewebekoagulationen unter der Oberfläche der Mundschleimhaut zu erzeugen. Diese Läsionen werden dann allmählich resorbiert, und hierbei vermindert sich die Gewebemenge und damit die Schnarchsymptomatik. Zusätzlich neigt das Kollagen des Gewebes im behandelten Bereich zur Zusammenziehung, und dies führt zur Verkürzung des Zäpfchens, zur Verfestigung des Gewebes und zur Verminderung der Vibrationsfähigkeit. Mit der Abnahme und Straffung des behindernden Gewebes kommt es bei vielen Patienten zur Verminderung des Schnarchens. Die Somnoplastie wird in örtlicher Betäubung in der Praxis durchgeführt und nimmt ca. 5-10 Minuten in Anspruch. Das Verfahren stammt aus den USA und hat seit seiner Einführung in den Medien und bei Medizinern große Beachtung gefunden.

 

Was erwartet Sie vor dem Eingriff?

Vor einer SOMNOPLASTIE-Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch über die Vorgeschichte und Ausprägung der Schnarch-Problematik stehen. Eine fachspezifische Untersuchung klärt die individuelle Situation im Nasen- und Rachenbereich ab und führt zu Informationen über Möglichkeiten und Alternativen. Unter Umständen empfiehlt sich vor der Entscheidung zur Therapie eine ambulante Schlafdiagnostik zum Ausschluss einer ernsten Störung der Atmung während der Nachtruhe („Schlaf-Apnoe-Syndrom“). Sollten Sie für eine SOMNOPLASTIE in Frage kommen, so wird ein Termin für die Behandlung vereinbart.

 

Was erwartet Sie während des Eingriffs?

Ihr Besuch am Tag des Eingriffs ist weniger belastend als ein Besuch bei Ihrem Zahnarzt. Während der Behandlung sitzen Sie auf einem normalen Untersuchungsstuhl. Zunächst werden Gaumen und Rachen mit einem Hals-Spray leicht betäubt. Dann wird mittels einer kleinen Injektionsnadel der Behandlungsbereich anästhesiert. Der gesamte Vorgang nimmt ca. 10 Minuten in Anspruch. Sie sind vollkommen wach, lediglich Ihr Gaumen ist durch die Betäubung ohne Gefühl. Eine isolierte Sonde, welche mittels der Radiofrequenzenergie die erforderliche Temperatur von 85 Grad C erzeugt, wird mittels einer Hohlnadel oberhalb des Zäpfchens (und evtl. anschließend für kurze Zeit rechts und links vom Zäpfchen) im weichen Gaumen plaziert. Die Temperatur reicht aus, um einen kleinen Gerinnungsbereich zu erzeugen, der auf natürliche Weise innerhalb der folgenden 4-6 Wochen vom Körper aufgelöst wird. Die Prozedur ist kurz, schmerzlos und beinhaltet keine Schnitte oder Verbrennungen. Die meisten Patienten empfinden die Therapie angenehmer als eine Zahnsteinentfernung.


    

Was erwartet Sie nach dem Eingriff?

Das Schnarchen kann wegen der Gewebeschwellung nach dem Eingriff anfangs stärker als zuvor sein. In der Regel stellt sich eine Verbesserung nach 2-3 Wochen ein und entwickelt sich bis zu mehreren Monaten weiter. Zur Verbesserung des Erfolgs kann eine zweite Behandlung nach ca. 6-8 Wochen notwendig sein.
Eine verschreibungspflichtige Schmerzmedikation oder Antibiotikaeinnahme ist (außer in besonderen Fällen) nach der Behandlung nicht erforderlich. Zur Linderung des Unbehagens nach dem Eingriff reicht in der Regel die Einnahme eines frei verkäuflichen Schmerzmedikaments (z.B. Thomapyrin® oder Benuron®) aus.

 

Was kostet die Behandlung?

Die erste Untersuchung und Beratung wegen der Beschwerden ist (zumindest für in Deutschland versicherte Patienten) von Ihrer Versicherung oder Krankenkasse abgedeckt.
Für die Somnoplastie gilt ein Standardhonorar, das die relativ hohen Kosten der verwendeten Einmalsonde und der technischen Ausstattung beinhaltet. Im persönlichen Gespräch geben wir Ihnen gern nähere Auskunft. Zur Zeit wird die SOMNOPLASTIE von den meisten Krankenkassen (noch) nicht und von einigen privaten Krankenversicherungen nur zum Teil erstattet. Wir sind darauf angewiesen, dass der hohe Anteil der Verbrauchsmaterialien an den Behandlungskosten so kurz wie möglich vorfinanziert wird und bitten daher bei der Behandlung um Begleichung der Rechnung am gleichen Tag.

 

Handelt es sich um eine anerkannte Methode?

Ja. Im Juli 1997 wurde die ambulante Therapie des normalen Schnarchens mittels Radiofrequenzanwendung von der amerikanischen Zulassungsbehörde für medizinische Verfahren, der FDA (Food and Drug Administration, entsprechend dem ehemaligen Bundesgesundheitsamt), zugelassen. Unter dem Namen Somnoplastie versteht man ein schnelles und schmerzloses Verfahren, das weltweit in vielen hundert Zentren und Praxen angewendet wird und für das auch schon zahlreiche Fachpublikationen in Deutschland vorliegen.
Im Januar 1998 wurde von der FDA das Verfahren auch zur Verkleinerung vergrößerter Nasenschwellkörper (Nasenmuscheln) zugelassen. Nationale Studien für eine weitere Indikation, nämlich zur Verschmälerung und Hebung des Zungengrundes, sind noch nicht abgeschlossen, die Zulassung dieses Bereiches in der Standard-Therapie des Schlaf-Apnoe-Syndroms für die USA ist jedoch bereits im Frühjahr 1999 durch die FDA erfolgt.

zur Hauptseite

Kontakt

Email

© 2001  by Ralf Sählbrandt