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Verkleinerung der vergrößerten Nasenmuscheln mittels Somnoplastieä

Im Inneren der Nasenhöhlen wird die Menge der jeweils bei der Atmung durchfließenden Luft durch An- und Abschwellen der sogenannten Nasenmuscheln, d.h. mehrerer übereinanderliegender länglicher mit Schleimhaut überzogener Schwellkörper geregelt. Wenn diese Nasenmuscheln aufgrund von Erkrankungen (Allergien etc.) oder chronischer Reizungen zu groß sind, dann empfindet man die Nasenatmung als behindert. Zudem kann die Verengung der Nase zu Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen etc.), des Rachens, der Bronchien und nicht zuletzt auch der Ohren (Mittelohrkatarrh) führen.
Sind die Ursachen der Muschelvergrößerung nicht anders zu beseitigen (z.B. durch eine antiallergische Therapie), so bietet sich die Möglichkeit der operativen Verkleinerung. Dazu kommen mehrere Verfahren in Frage. Einerseits kann im Rahmen eines operativen Eingriffes, in der Regel in Narkose und während eines stationären Krankenhausaufenthaltes, die Schleimhaut mit der Schere teilweise abgetragen werden (sog. „Muschelkappung“). Andererseits kann man das Schwellgewebe der Muscheln durch Vernarbung verkleinern. Dies geschieht entweder durch die sog. „Elektro-Kauterisation“, bei der Strom über kleine Nadeleinstiche in das Gewebe geleitet wird, oder durch Behandlung mit dem Laser.
Seit Mitte der Neunziger Jahre ist eine schonende und neuartige Methode weltweit hinzugetreten, die unter dem Namen Somnoplastie für diese Behandlung und in ähnlicher Form auch zur Schnarch-Therapie, Verkleinerung vergrößerter Mandeln und Behandlung des Schlaf-Apnoe-Syndromes Verwendung findet. Im Gegensatz zu den anderen obengenannten Methoden der Behandlung wird bei der Somnoplastie weder Gewebe geschnitten, noch durch hohe Temperaturen zerstört, sondern durch die sanfte Erwärmung der verdickten Nasenmuscheln im Inneren ein körpereigener Abbauprozeß für das vermehrte Gewebe in Gang gesetzt, wie er auch beim Abbau von Hämatomen („blauen Flecken“) abläuft. Und anders als bei den o.a. Behandlungsalternativen hat der Arzt während des Eingriffes über Sensoren ständige Kontrolle über die Temperatur im Behandlungsbereich und die Ausdehnung des therapierten Gewebes.

Vor dem Eingriff

Vor einer Somnoplastie-Behandlung gilt es auszuschließen, dass andere Ursachen wie z.B. eine schiefe Nasenscheidewand oder Nasenpolypen Ursache der störenden Nasenatmungsbehinderung sind. Dies ist im Rahmen einer fachärztlichen Untersuchung problemlos möglich. Zudem sollte sichergestellt sein, dass keine allergischen Reaktionen auf das verwendete Schleimhaut-Betäubungsmittel bekannt sind und dass keine angeborene oder erworbenen Blutgerinnungsstörung vorliegt, wie sie z.B. durch regelmäßige Einnahme sogenannter Blutverdünnungs-Medikamente auftritt.

Der Eingriff

Nach Abschwellung der Schleimhäute mittels Nasenspray und Menthol wird die oberflächliche Nasenschleimhaut zunächst mittels lockerer Watteeinlagen betäubt und anschließend völlig schmerzlos eine kleine Menge des Betäubungsmittels in die Nasenmuscheln injiziert. Nach einigen Minuten Wartezeit bis zum vollständigen Wirkungseintritt wird mit der kleinen Nadelsonde des Somnoplastie-Systems die Nasenmuschel an der verdickten Stelle angestochen und innerhalb über  2-4 Minuten die notwendige Zieltemperatur von ca. 75 Grad Celsius mittels Radiofrequenzabstrahlung  im Gewebe eingestellt. Elektronische Thermo-Sensoren in der Nadelspitze und im Schleimhautniveau melden ständig die aktuellen Werte an den Radiofrequenzgenerator, der die optimale Sendeleistung steuert, um eine Störung des umliegenden Gewebes zu vermeiden. Der Vorgang der Erwärmung gleicht in schwacher Form der Wirkung einer Mikrowelle – auch bei der Somnoplastie wird der Sender, d.h. die Therapienadel selber nicht warm, sondern es erwärmt sich lediglich das Gewebe durch die elektromagnetische Wirkung der Radiowellen. Der Vorgang ist nach kurzer Zeit beendet und falls nicht an einem zweiten Ort entlang der unteren und/oder mittleren Nasenmuschel behandelt werden muß, kann die Therapie der zweiten Seite beginnen. In der Regel treten weder Blutungsprobleme noch Schmerzen auf.

Nach dem Eingriff

Bereits direkt nach Abschluß der Behandlung kann der Patient die Praxis/Klinik verlassen und seinem normalen Leben nachgehen. Da der Abbauprozeß des überschüssigen Gewebes einige Zeit in Anspruch nimmt, ist erst ca. 2-3 Wochen nach der Behandlung mit ersten merkbaren Verbesserungen zu rechnen. Ca. 8 Wochen nach der Therapie ist der Resorptionsprozeß abgeschlossen und nur in vereinzelten Ausnahmefällen eine zweite Durchführung erforderlich. Das Ergebnis ist eine deutlich weitere Nase ohne Vernarbungen oder bleibende Verkrustungen. Riechstörungen oder andere Nebenwirkungen sind nicht beschrieben.

Zusammenfassung

Die Somnoplastie ist zuverlässig und schonend, hat eine Erfolgsaussicht von ca. 95% (gerne informieren wir Sie über die Ergebnisse zahlreicher Studien) und belastet den Patienten so wenig wie möglich. Insofern kommt sie der Forderung nach einer schonenden und sanften Behandlung nach, wie Sie zur Besserung des Befindens heute zunehmend verlangt wird.

 

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© 2001 by Ralf Sählbrandt